Das 70%-Problem
Warum die meisten Warenkörbe nie gekauft werden — und warum das Ihr größtes Wachstumspotenzial ist.
AcademyAnmeldenWarum die meisten Warenkörbe nie gekauft werden — und warum das Ihr größtes Wachstumspotenzial ist.
Sie verstehen die Baymard-Benchmark und was sie für Ihren Shop bedeutet.
Sie berechnen die Opportunity Cost von Warenkorb-Abbrüchen in Euro.
Sie erkennen, warum bestehender Traffic, Mobile und Retention Ihre stärksten Hebel sind.
Das Baymard Institute analysierte über 100.000 Checkout-Prozesse und ermittelte eine durchschnittliche Abbruchrate von 69,8 Prozent.
Das ist kein Ausreißer, sondern der dokumentierte Branchendurchschnitt.
Jeder Shop, der unter diesem Wert liegt, hat einen messbaren Wettbewerbsvorteil.
Von hundert Kunden, die einen Artikel in den Warenkorb legen, kaufen nur dreißig ihn auch.
Siebzig Interessenten verlassen den Checkout, nachdem sie bereits Kaufabsicht signalisiert haben.
Diese Besucher sind teuer erkauft — über SEO, Ads, E-Mail und Content.
Der Shop macht 50.000 Euro Umsatz aus 1.000 bezahlten Bestellungen.
Bei 70 Prozent Abbruch standen also 3.333 Warenkörbe am Checkout.
Jeder wiederhergestellte Prozentpunkt entspricht hier etwa 500 Euro zusätzlichem Umsatz pro Monat.
Opportunity Cost ist der entgangene Umsatz, den Sie bereits bezahlt haben, aber nicht einstreichen.
Jeder abgebrochene Warenkorb kostet Acquisition-Kosten ohne Gegenwert.
Wer Abbrüche reduziert, verbessert effektiv den Return on Ad Spend.
Mehr Traffic bei gleicher Conversion-Rate frisst nur Marge und verschärft den Druck auf die Kosten.
Der vorhandene Besucherstrom enthält bereits Kaufinteressenten, die nur noch überzeugt werden müssen.
CRO arbeitet mit dem Traffic, den Sie heute haben — nicht mit dem, den Sie morgen kaufen.
Rund 60 bis 70 Prozent des E-Commerce-Traffics kommt über Mobilgeräte.
Die Conversion-Rate auf Mobile liegt häufig um 30 bis 50 Prozent unter dem Desktop-Wert.
Ein schlechter mobiler Checkout verschärft das 70-Prozent-Problem zusätzlich.
Ein Kunde, der einmal gekauft hat, ist wesentlich günstiger zurückzugewinnen als ein Neukunde.
Wer den Checkout verbessert, erhöht nicht nur den ersten Umsatz, sondern auch die Zahl der Stammkunden.
Die Lifetime-Rechnung macht jeden reduzierten Abbruch noch wertvoller.
Beide Shops haben 10.000 Besucher pro Monat und einen durchschnittlichen Bestellwert von 80 Euro.
Shop A hat eine Conversion Rate von 2 Prozent, Shop B von 3 Prozent.
Das sind 16.000 Euro mehr Umsatz pro Monat — bei gleichem Traffic und gleichem Budget.
Formel: Umsatz = Besucher × Conversion Rate × durchschnittlicher Bestellwert.
Wenn zwei Faktoren konstant bleiben, bestimmt die Conversion Rate den Umsatz.
Eine Verbesserung der Conversion Rate wirkt sofort auf den gesamten Traffic.
Ausgangslage: 5.000 Checkout-Besuche, 70 Prozent Abbruch, 1.500 Käufe à 80 Euro.
Nach Reduktion auf 69 Prozent Abbruch: 1.550 Käufe.
Mehrumsatz: 4.000 Euro pro Monat oder 48.000 Euro pro Jahr.
Jeder zusätzliche Klick wird teurer, wenn das Budget steigt — das ist die Gesetzlichkeit der abnehmenden Grenzerträge.
Bei 70 Prozent Abbruch zahlen Sie für zehn Klicks, um drei Käufe zu erhalten.
CRO senkt die effektiven Acquisition-Kosten, ohne das Gebot zu erhöhen.
Customer Acquisition Cost steigt, wenn Märkte teurer und Zielgruppen ausgeschöpft werden.
Conversion Rate Optimization nutzt Traffic, den Sie bereits bezahlt haben.
Der Break-even von CRO-Investitionen fällt oft schon nach wenigen Wochen an.
Öffnen Sie Ihre Analytics-Daten und notieren Sie drei Zahlen: Warenkorb-Abbruch-Rate, mobile Conversion-Rate und durchschnittlicher Bestellwert.
Berechnen Sie: Was wäre ein Prozentpunkt weniger Abbruch in Euro wert?
Notieren Sie das Ergebnis — wir kommen in den nächsten Modulen darauf zurück.
Fehler eins: Abbruchraten isoliert betrachten, ohne den Bestellwert und die Traffic-Quelle einzubeziehen.
Fehler zwei: Benchmarks als Ausrede verwenden — „bei uns ist das normal“.
Fehler drei: Mobile und Desktop zusammenrechnen und so die mobile Lüche verschleiern.
Shop A: 50.000 Euro Umsatz, 70 Prozent Abbruch — Potenzial liegt im Checkout.
Shop B: gleicher Umsatz, 60 Prozent Abbruch — Potenzial liegt in Mobile und Retention.
Shop C: 50.000 Euro Umsatz, 75 Prozent Abbruch — schnellster Hebel ist die Transparenz der Nebenkosten.
Baymard zeigt: siebzig Prozent aller Warenkörbe werden im Durchschnitt nicht gekauft.
Jeder Prozentpunkt weniger Abbruch ist direkter Mehrumsatz — ohne mehr Traffic.
Mobile und Retention verstärken das Problem, machen den Hebel aber auch größer.
Übersetzen Sie Abbruchraten in Euro — das macht das Potenzial im Unternehmen greifbar.
Prüfen Sie Mobile und Desktop getrennt, bevor Sie einen Gesamtwert feiern.
Priorisieren Sie Checkout-Verbesserungen vor neuem Ad-Budget.
Conversion-Optimierung ist keine Designfrage, sondern eine ökonomische — und sie beginnt mit den Besuchern, die Sie bereits haben.
Testen Sie Ihr Wissen.
Nächstes Modul: Warum mehr Traffic nicht hilft