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Modul 1 von 10 · eCommerce Conversion Optimization

Das 70%-Problem

14 Min · Verstehen, warum durchschnittlich siebzig Prozent aller Warenkörbe im E-Commerce abgebrochen werden — und warum der Hebel im bestehenden Traffic liegt, nicht in mehr Werbebudget.
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Start

Das 70%-Problem

Warum die meisten Warenkörbe nie gekauft werden — und warum das Ihr größtes Wachstumspotenzial ist.

Warenkorb-Abbruch im E-Commerce
Lernziel

Lernziel

Sie verstehen die Baymard-Benchmark und was sie für Ihren Shop bedeutet.

Sie berechnen die Opportunity Cost von Warenkorb-Abbrüchen in Euro.

Sie erkennen, warum bestehender Traffic, Mobile und Retention Ihre stärksten Hebel sind.

1 Benchmark verstehen 2 Kosten berechnen 3 Hebel identifizieren
Konzept

Die Baymard-Benchmark

Das Baymard Institute analysierte über 100.000 Checkout-Prozesse und ermittelte eine durchschnittliche Abbruchrate von 69,8 Prozent.

Das ist kein Ausreißer, sondern der dokumentierte Branchendurchschnitt.

Jeder Shop, der unter diesem Wert liegt, hat einen messbaren Wettbewerbsvorteil.

70% — Abbruch 30% — Kauf
Durchschnittliche Warenkorb-Abbruchrate nach Baymard
Konzept

Was siebzig Prozent Abbruch wirklich bedeutet

Von hundert Kunden, die einen Artikel in den Warenkorb legen, kaufen nur dreißig ihn auch.

Siebzig Interessenten verlassen den Checkout, nachdem sie bereits Kaufabsicht signalisiert haben.

Diese Besucher sind teuer erkauft — über SEO, Ads, E-Mail und Content.

100 Warenkörbe → 30 bezahlte Bestellungen
Beispiel

Beispiel: Ein Shop mit 50.000 Euro Umsatz/Monat

Der Shop macht 50.000 Euro Umsatz aus 1.000 bezahlten Bestellungen.

Bei 70 Prozent Abbruch standen also 3.333 Warenkörbe am Checkout.

Jeder wiederhergestellte Prozentpunkt entspricht hier etwa 500 Euro zusätzlichem Umsatz pro Monat.

VORHER NACHHER +
1 % weniger Abbruch = 500 Euro mehr Umsatz/Monat
Konzept

Die Opportunity Cost des Abbruchs

Opportunity Cost ist der entgangene Umsatz, den Sie bereits bezahlt haben, aber nicht einstreichen.

Jeder abgebrochene Warenkorb kostet Acquisition-Kosten ohne Gegenwert.

Wer Abbrüche reduziert, verbessert effektiv den Return on Ad Spend.

100 Investierte Ads 30 Erlösbare Käufe
Von zehn bezahlten Besuchern kaufen nur drei
Konzept

Warum bestehender Traffic der größere Hebel ist

Mehr Traffic bei gleicher Conversion-Rate frisst nur Marge und verschärft den Druck auf die Kosten.

Der vorhandene Besucherstrom enthält bereits Kaufinteressenten, die nur noch überzeugt werden müssen.

CRO arbeitet mit dem Traffic, den Sie heute haben — nicht mit dem, den Sie morgen kaufen.

VORHER NACHHER +
Mehr Traffic vs. bessere Conversion
Konzept

Der Mobile-Multiplikator

Rund 60 bis 70 Prozent des E-Commerce-Traffics kommt über Mobilgeräte.

Die Conversion-Rate auf Mobile liegt häufig um 30 bis 50 Prozent unter dem Desktop-Wert.

Ein schlechter mobiler Checkout verschärft das 70-Prozent-Problem zusätzlich.

3.8 Desktop Conversion 2.1 Mobile Conversion
Typische Conversion-Lücke: Desktop vs. Mobile
Konzept

Der Retention-Multiplikator

Ein Kunde, der einmal gekauft hat, ist wesentlich günstiger zurückzugewinnen als ein Neukunde.

Wer den Checkout verbessert, erhöht nicht nur den ersten Umsatz, sondern auch die Zahl der Stammkunden.

Die Lifetime-Rechnung macht jeden reduzierten Abbruch noch wertvoller.

1 Checkout reparieren 2 Mehr Erstkäufe 3 Mehr Wiederkäufe 4 Höherer Lifetime Value
Szenario

Szenario: Shop A gegen Shop B

Beide Shops haben 10.000 Besucher pro Monat und einen durchschnittlichen Bestellwert von 80 Euro.

Shop A hat eine Conversion Rate von 2 Prozent, Shop B von 3 Prozent.

Das sind 16.000 Euro mehr Umsatz pro Monat — bei gleichem Traffic und gleichem Budget.

VORHER NACHHER +
10.000 Besucher × 80 Euro: 2 % vs. 3 % Conversion
Konzept

Die Revenue-Impact-Rechnung

Formel: Umsatz = Besucher × Conversion Rate × durchschnittlicher Bestellwert.

Wenn zwei Faktoren konstant bleiben, bestimmt die Conversion Rate den Umsatz.

Eine Verbesserung der Conversion Rate wirkt sofort auf den gesamten Traffic.

1 Besucher 2 × Conversion Rate 3 × Bestellwert 4 = Umsatz
Beispiel

Rechnung: ein Prozentpunkt weniger Abbruch

Ausgangslage: 5.000 Checkout-Besuche, 70 Prozent Abbruch, 1.500 Käufe à 80 Euro.

Nach Reduktion auf 69 Prozent Abbruch: 1.550 Käufe.

Mehrumsatz: 4.000 Euro pro Monat oder 48.000 Euro pro Jahr.

120000 Vorher 124000 Nachher
Jährlicher Mehrumsatz durch 1 % weniger Abbruch
Konzept

Die wahren Kosten von Paid Traffic

Jeder zusätzliche Klick wird teurer, wenn das Budget steigt — das ist die Gesetzlichkeit der abnehmenden Grenzerträge.

Bei 70 Prozent Abbruch zahlen Sie für zehn Klicks, um drei Käufe zu erhalten.

CRO senkt die effektiven Acquisition-Kosten, ohne das Gebot zu erhöhen.

1.21.82.53.4Q1Q2Q3Q4
Steigende Kosten pro Klick bei mehr Budget
Konzept

CAC vs. CRO: eine faire Vergleichsrechnung

Customer Acquisition Cost steigt, wenn Märkte teurer und Zielgruppen ausgeschöpft werden.

Conversion Rate Optimization nutzt Traffic, den Sie bereits bezahlt haben.

Der Break-even von CRO-Investitionen fällt oft schon nach wenigen Wochen an.

VORHER NACHHER +
CAC: mehr bezahlen — CRO: mehr rausholen
Übung

Ihre kurze Übung: das Abbruch-Audit

Öffnen Sie Ihre Analytics-Daten und notieren Sie drei Zahlen: Warenkorb-Abbruch-Rate, mobile Conversion-Rate und durchschnittlicher Bestellwert.

Berechnen Sie: Was wäre ein Prozentpunkt weniger Abbruch in Euro wert?

Notieren Sie das Ergebnis — wir kommen in den nächsten Modulen darauf zurück.

Mini-Audit: drei Zahlen, ein Potenzial
Konzept

Häufige Fehler bei der Abbruch-Betrachtung

Fehler eins: Abbruchraten isoliert betrachten, ohne den Bestellwert und die Traffic-Quelle einzubeziehen.

Fehler zwei: Benchmarks als Ausrede verwenden — „bei uns ist das normal“.

Fehler drei: Mobile und Desktop zusammenrechnen und so die mobile Lüche verschleiern.

Isolation, Ausreden, Vermischung
Beispiel

Drei Szenarien im Vergleich

Shop A: 50.000 Euro Umsatz, 70 Prozent Abbruch — Potenzial liegt im Checkout.

Shop B: gleicher Umsatz, 60 Prozent Abbruch — Potenzial liegt in Mobile und Retention.

Shop C: 50.000 Euro Umsatz, 75 Prozent Abbruch — schnellster Hebel ist die Transparenz der Nebenkosten.

70 Shop A 60 Shop B 75 Shop C
Abbruchraten entscheiden über den nächsten Hebel
Zusammenfassung

Zusammenfassung: die wichtigsten Punkte

Baymard zeigt: siebzig Prozent aller Warenkörbe werden im Durchschnitt nicht gekauft.

Jeder Prozentpunkt weniger Abbruch ist direkter Mehrumsatz — ohne mehr Traffic.

Mobile und Retention verstärken das Problem, machen den Hebel aber auch größer.

1 70 % Abbruch 2 Opportunity Cost 3 Mobile & Retention 4 Conversion als Hebel
Zusammenfassung

Was Sie mitnehmen

Übersetzen Sie Abbruchraten in Euro — das macht das Potenzial im Unternehmen greifbar.

Prüfen Sie Mobile und Desktop getrennt, bevor Sie einen Gesamtwert feiern.

Priorisieren Sie Checkout-Verbesserungen vor neuem Ad-Budget.

VORHER NACHHER +
Vom Benchmark zur konkreten Handlung
Zwischenschritt

Das Versprechen

Conversion-Optimierung ist keine Designfrage, sondern eine ökonomische — und sie beginnt mit den Besuchern, die Sie bereits haben.

Messbar. Skalierbar. Belegt.
Quiz

Quiz

Testen Sie Ihr Wissen.

Was besagt die Baymard-Benchmark zum durchschnittlichen Checkout-Verhalten im E-Commerce?

Ein Shop hat 5.000 Checkout-Besuche, 70 Prozent Abbruch und einen durchschnittlichen Bestellwert von 80 Euro. Wie viel Mehrumsatz pro Jahr erzielt er, wenn die Abbruchrate auf 69 Prozent sinkt?

Warum verschärft ein schlechter mobiler Checkout das 70-Prozent-Problem besonders?

Warum amortisiert sich Conversion-Rate-Optimierung in der Regel schneller als zusätzlicher Paid Traffic?

Zwei Shops haben jeweils 10.000 Besucher pro Monat und einen durchschnittlichen Bestellwert von 80 Euro. Shop A konvertiert mit 2 Prozent, Shop B mit 3 Prozent. Was folgt daraus?

Transkript dieser Folie

Das 70%-Problem